1. Lack und Decals

Die Gelegenheit für diesen Threat ergab sich da meine rote Cheetah ( Bild 1 ) nach einigen DSC Rennen einer Überarbeitung bedurfte – daher beschäftigt sich dieser Threat auch hauptsächlich mit den an diesem Auto angefallenen Arbeiten.


Der Anfang – alles auseinander und alle Anbauteile ab, auch die Karosseriehalter kommen raus. Natürlich bin ich dabei so vorsichtig vorgegangen das nichts leidet was nachher noch gebraucht wird. Nie versuchen mit roher Gewalt festgeklebte Teile zu lösen, das geht 10 mal gut und beim 11 mal geht genau das wichtigste Teil kaputt. Also besser mal eine Klebestelle die nicht unter leichten Druck zum Nachgeben zu überreden ist mit einem sehr kleinen Fräser entfernen um ein Teil zu lösen.

Als restlos alle Teile vom Body entfernt waren wurde meine Cheetah vom Klarlack befreit – dies mittels einer recht weichen Schwammfeile mit etwa einer 800 bis 1000er Körnung – da das Auto recht viele Decals hatte wurde beim Schleifen das erreichen der roten Lackschicht gut angezeigt – nämlich indem die Decals angeschliffen und weggeschliffen wurden.

Da nach einem recht heftigen Einschlag an dem Strombecker Cheetah die A Säulen gerissen waren kamen nun einige Karosseriearbeiten:
Die A Säulen wurden mit dem Dremel entfernt – womit der Chromrahmen um die Frontscheibe in Zukunft schon mal wegfällt. Bei dieser Gelegenheit habe ich noch mit einem 2mm Fräser die Löcher in der Motorhaube und der B Säule geöffnet und mit einer kleinen dreikant Schlüsselfeile in die endgültige Form gebracht.

Bei der Cheetah ist das ja recht easy – das Vorbild hat keine A Säulen und das Auto wird höchstens Vorbildgerechter – bei den meisten Autos lassen diese sich aber nicht einfach entfernen sondern müssen repariert werden was bei dieser Gelegenheit mit einem CFK Streifen, der innen aufgeklebt wird, noch verstärkt werden kann. Eine weitere Möglichkeit ist in die A Säule von innen vorsichtig einen kleinen Schlitz einzuarbeiten in den man einen Draht klebt. Auf jeden Fall nach der Reparatur eine Passprobe mit den Scheiben machen.

Wird ein Auto überarbeitet dann war es in der Regel lackiert – wie auch meine Cheetah. Da sämtliche Sicken des Autos mit dem durchsichtigen Klarlack gefüllt sind, sind diese nach dem Überschleifen das Bodys nahezu weg obwohl sie noch zu sehen sind – also auch sämtliche Sicken mit besagter Dreikantfeile nacharbeiten. Dafür sollte man sich viel Zeit lassen! Denn einmal weggerutscht bedeutet viel Arbeit um den Kratzer im Auto zu entfernen. Wer darin ein wenig ungeübt ist sollte neben den Sicken den Body tapen um eine bessere Führung der Feile zu erhalten.

Auch Löcher für eventuelle Nieten, Türgriffe ect. Sollten jetzt gebohrt werden, ich benutze dazu einen kleinen Handbohrer den es z.Bsp. bei D. Jens samt Bohrerset im Shop gibt.

Bei einem neuen Body ist natürlich nur ein Grundschliff mit 1000er Nass nötig und nicht das entfernen des Klarlack, danach eine dünne Schicht Grundierung die gerade so abdeckt und 10 Minuten Später eine deckende. Dann die Kontrolle des Bodys auf eventuell fehlerhafte Stellen.

Bei meinem Cheetah Body folgte nun der Nassschliff unter fließendem Wasser mit 2000er Abralon – unter dem Glanz den das Wasser bringt lassen sich eventuelle Fehler und Kratzer noch besser sehen.

Den Body gut abtrocknen und wenn möglich mit den Fingern nur noch von innen berühren um Fett und Schweiß bzw. Fingerabdrücke auf der zu lackierenden Oberfläche zu vermeiden.

Handschuhe heißt das Zauberwort

Ich föne die Bodys immer kurz (ca. 1 Min.) an, das bläst Wasser aus kleinen Löchern und Ecken, nebenbei bringt es den Body auf etwas über Zimmertemperatur wodurch der Lack beim Auftragen weniger läuft.

Dann klebe ich den Body ohne die Oberfläche mit den bloßen Fingern zu berühren zum lackieren mit Doppeltape auf eine etwa 1/3 gefüllte Petflasche, einen Drahtkleiderbügel so formen das der Body aufgespannt werden kann ist eine weitere Möglichkeit.

Was wäre noch zu beachten?

  • Sehr früh am Morgen lackiert es sich am besten – wegen der geringen Bewegung in der Nacht ist die Luft wesentlich staubfreier als Tagsüber.
  • Den Lack gut schütteln – mindestens die angegeben 3 bis 5 Minuten
  • Den Lack vor dem Auftragen ein wenig erwärmen – z.Bsp. bei Spraydosen diese für 3 bis 5 Minuten in warmes Wasser stellen
  • Lack nicht zu dick auftragen
  • Immer erst die Seiten und zum Schluss die liegenden Flächen lackieren – so wird Farbnebel im Lack vermieden.
  • Am besten jeden Lackgang nass ein wenig schleifen – je glatter die Oberfläche umso besser das Finish. Auch das Risiko eventuelle Staubeinschlüsse mit einer weiteren Lackschicht zu überdecken geht so gegen null.
  • Für Spraydosen gibt es Köpfe die feiner Sprühen – nicht teuer aber beim Modellbau wegen der kleinen Flächen und schmalen Sicken ect. ratsam.
  • Bei Metalliclacken die finale Schicht des Farblack nicht anschleifen, das verletzt die kleinen Metallpartikel im Lack wodurch oft unschöne silbrige Flecken oder Streifen am fertigen Auto zu sehen sind.
  • Soll ein Streifen auf das Auto lackiert werden muss man nicht das ganze Auto abkleben sondern nur die gewünschte Stelle, dann das Auto in einen Gefrier- oder Frischhaltebeutel stecken, die zu lackierende Stelle in dem Beutel ausschneiden und auf dem abgetapten von dem zu lackierenden Streifen dann die Tüte auftapen - so das nur die zu lackierende Stelle frei bleibt. Nicht vergessen alle Öffnungen und Löcher des Body wo Farbnebel hindurch dringen kann von innen zu verschließen.
  • Rot und orange sollte vor dem Decaln mit einer dünnen Schicht Klarlack als Trennschicht überzogen werden da diese Farben sonst sehr gerne in die Decals einbluten – was heißt das sie diese rötlich schimmern lassen. Wäre nur bei roten Decals nicht so schlimm – aber eine rote Startnummer auf rotem Lack sieht man nur bei Ostfriesen Renner.


Nachdem meine Cheetah perfekt geschliffen und gereinigt war bekam sie eine erste dünne Lackschicht ( Bild 2 )

– da sie wieder in etwa so werden sollte wie sie war……… in Burgunder Perlrot, Mit dem Ergebnis sehr zufrieden kam eine Stunde später nach kurzem Überschliff mit 2000er Abralon unter Wasser die finale und etwas dickere Schicht Lack auf das Auto und nass in nass eine leicht rote Lasur drüber ( Bild 3 )

Nun sollte dem frischen Lack 12h Zeit zum durchtrocknen gegeben werden, für alle Trocknungsphasen vom Lack bis Decals stelle ich die Karosserie auf eine Platte und stülpe den Deckel einer Ninco Box drüber die ich nach vorne etwa 1cm überstehen lasse damit die Luft in der Box zirkulieren kann.

Am nächsten Tag wurde das Auto erneut nass mit einem 2000er Abralon Pad geschliffen – bereit zum decaln

Decalt man wie in meinem Fall ein Auto im Freestyle ist es besser man hat ein Chassis mit fertigen Räder für das Auto zur Hand wo man den Body hin und wieder mal draufstellen kann – so sieht man besser das Ergebnis des jeweiligen aufgebrachten Decal.

Die Decals schneide ich vorab alle aus und platziere sie etwa so auf einer Unterlage wie mir das am Auto vorschwebt. ( Bild 1 )

Ich nehme zum decaln eine kleine Schüssel mit gut warmen Wasser – da kommt noch ein kräftiger hieb Haushaltsessig hinzu was die Decals beim anlösen geschmeidiger macht.

Ein Gläschen Weichmacher – Mr. Softer – sollte bereit stehen um Decals wie z.Bsp. die Startnummer am Heck meiner Cheetah glatt auflegen zu können ( Bild 2 )

Eine gute und saubere Pinzette – diese sollte sehr exakt sein um ein kleines Stück Papier greifen zu können.
Und sehr weiches Toilettenpapier zum andrücken der Decals – Zewa ist zu rau und hinterlässt gerne mal Abdrücke in den Decals.

Dann geht es los – zuerst mit den Haupt Decals wie den Startnummern und dabei mach das Startnummern Decal auf der Fronthaube den Anfang weil es exakt in die Fahrzeugmitte muss, erst dann folgen die anderen Decals. ( Bild 3 )

Das Decal kurz ins Wasser und danach auf eine nicht Wasser saugende Unterlage bis es sich vom Trägermaterial löst, das Decal sollte sich ganz leicht von der Trägerfolie schieben lassen, denn nur so bleibt auch der gesamte Kleber am Decal und nicht teilweise auf dem Trägermaterial wodurch es nach dem trocknen schlechter hält.

Mit dem Finger etwas Wasser auf die Stelle wo es hin soll und dann das Decal so gut wie möglich direkt auf diese Stelle von der Trägerfolie schieben. Exakt platzieren und nur leicht abtupfen so dass es sich noch schieben lässt.

Zwei Schritte vom Auto weg – etwas aus der ferne lässt sich der Sitzt des Decals wesentlich besser erkennen.

Dann das Wasser ohne Druck mit leicht angefeuchtetem Toilettenpapier unter dem Decal mit leichter seitlicher Rollbewegung sternförmig herausdrücken – nicht wischen da sonst das Decal eventuell verrutscht. Das geht erst wenn es fixiert ist – aber es gillt: nie eine Wischbewegung mit Druck da die Decals immer dünn und dadurch sehr empfindlich sind

Was wäre noch zu beachten?

  • Immer nur sehr wenige Decals zum aufbringen befeuchten, bei größeren Decals am besten nur eins.
  • Wird das Wasser kalt – neues warmes holen!
  • Zeit lassen!
  • Darauf achten wo man den Body anfasst – keine frischen Decals berühren da sich diese sonst unbemerkt verschieben können
  • Bei Decals die in Sicken gedecalt werden sollen erst den Weichmacher benutzen um das Decal in die Sicke zu drücken wenn das Decal fixiert ist und hält da es sich sonst verzieht.


Ist das Auto fertig gedecalt gebe ich auf alle Decals noch ein wenig Mr. Softer um sie besser zu fixieren – aber nur wenige Sekunden einwirken lassen. Jetzt ist das Auto fertig gedecalt. ( Bild 4 )

Nach dem decaln sollte der Body bzw. die Decals gut 24h bei Zimmertemperatur trocknen.

 

Soll eventuell noch ein Scheibenrahmen, Türgriff ect. mit Bare Metall Folie überzogen werden? Auch das ist recht easy wie das Bsp. an meiner Cheetah zeigt.

Streifen aus der Folie ausschneiden und auf den Scheibenrahmen legen, dann die Folie mit einem leicht angefeuchteten Q Tipp aufreiben – sofort wird sich die Sicke des Scheibenrahmen abdrücken. In dieser Sicke das Bastelmesser ohne Druck lang ziehen um die Folie passend zuzuschneiden. Die Sicke wird die messerklinge führen wodurch ein sauberer gerader Schnitt entsteht. Wichtig ist dafür eine scharfe (am besten neue ) Klinge zu verwenden.

Die abgeschnittenen Überstände abziehen und nochmals die Schneideränder mit dem leicht feuchten Q Tipp anreiben – fertig. ( Bild 1, 2 und 3 )

Wenn ich Scheibenrahmen farbig mache – dann klebe ich diese mit Tamiya Tape ab und spritze die Farbe auf – das ist am Ende schneller wie mühselig mit dem Pinsel hingezittert und vom Finish auf jeden Fall schöner.

Dann kommt der Klarlack auf das Auto

Den Body kontrollieren:

  • sind Wasserflecken oder Kleberreste von einem geschobenen Decal auf dem Body? Wenn ja, diese sehr vorsichtig mit einem kleinen Stückchen 2000er Abralon entfernen und dabei möglichst nicht an die Decals kommen.
  • darauf achten das kein Staub auf dem Body ist

 

  • Morgens früh: drei bis vier hauch dünne Schichten im Zeitabstand von ca. 15 Min. – nur mit dem Lack anhusten.
  • Abends: auf Staubeinschlüsse kontrollieren und eventuell vorsichtig ausschleifen – eine dünne aber deckende und dadurch leicht glänzende Schicht Klarlack aufbringen.
  • Am nächsten Tag kann diese geschliffen werden und eine dicke finale Schicht auflackiert werden.


Für perfektes Finish kann diese Oberfläche noch mit den Schritten 3000 – 4000 – Schleifgel – Politur – Siegelwachs perfektioniert werden.