Die Trucks von FLY/GB-Track im Renneinsatz

Es scheint Modelle von Rennwagen zu geben, über deren Einsatz im harten Rennbetrieb selten, wenn nicht sogar überhaupt nichts zu lesen ist. Seltsamerweise gehören ausgerechnet die Giganten der Straße dazu: Die 1:32er Renntrucks von FLY, bzw. des Labels GB-Track. Bestechen die Miniaturausführungen von MAN & Co. durch ihre hochgradige Detaillierung, ihre teilweise vorhandenen technischen Gimmicks wie Federung oder Fahrlicht, Sondermodellen mit eingebauter Kamera die eingefleischten Sammler, scheinen die Qualitäten als hochgradig Fahrspaß bringende Slotracer in der Bedeutungslosigkeit zu stecken. Jedenfalls fallen dem Autor auf Anhieb nur zwei Rennserien und eine Einzelveranstaltung ein, wo die Brummis ihrer wahren Bestimmung zugeführt werden. Eine davon ist die 2006 erstmals veranstaltete Truck-GP-Serie im Raceway Frankfurt, welche von Marcel Weeren organisiert wird. Und analog zu den anderen dort laufenden Rennserien muß auch hier weitesgehend das Originalmaterial eingesetzt werden. Und welches Potential in den LKW's steckt, was in Frankfurt stets um die 20 Racer an acht Montagabenden von Februar bis Juli an die Piste lockte, soll hier anschaulich dargestellt werden.
Bekanntlich bietet GB-Track vier verschiede Modelle an: Mercedes Atego, den finnischen Sisu SL250, MAN TR1400 und den aus Tschechien stammenden Buggyra Mk002/B. Während die beiden deutschen Vertreter aus dem hiesigen Transportwesen nicht wegzudenken sind, ist Sisu hierzulande eher ein Exot. Die Firma arbeitet im Serienbau eng mit Renault zusammen, unter anderem stammen die Kabinen und ein Teil der Motoren aus der Premium-Serie der Franzosen. Wegen des baugleichen Führerhauses fallen sie freilich kaum auf, aber mit etwas Glück erblickt man dann doch schon mal einen. Die Kabine des Racemodells dürfte aber nicht französischen Ursprungs sein.
Und Buggyra? Anfang dieses Jahrtausends tauchten die futuristisch ausschauenden Ungetüme erstmals auf den Rennstrecken Europas auf. Die Firma wurde vom ehemaligen Rennfahrer Martin Koloc gegründet. Und zwar ausschließlich für den Motorsport, die Geschosse sind dementsprechend reine Prototypen. Auf der Landstraße sieht man sie wohl höchstens mal auf dem Renntransporter. Und am Mk002 ist technisch alles "Homemade", also auch der Motor. Mittlerweile fahren die Tschechen mit dem MKR-01 unter Freightliner-Bewerbung, wohl auch aus Budget-Gründen. Die Optik ist jetzt längst nicht mehr so spektakulär, entspricht eben einem Truck aus dem amerikanischen Straßenbild. Das Aggregat entsteht aber nach wie vor daheim...
In der oben genannten Reihenfolge sind die LKW dann auch erschienen. Die technische Weiterentwicklung widerspiegelt am deutlichsten das Erscheinen des MAN. Waren die beiden ersten Modelle noch mit einem üblichen Wannen/Plattenchassis versehen, so versah man den MAN mit einem Leiterrahmen, der durch seine Elastizität eine gewisse Verwindung zuließ und eine Art Federung aufwies. Na,ja... Die zuletzt erschienenen Buggyras warteten zusätzlich mit Schraubenfederung an der Hinterachse auf, welche technisch zwar funktioniert, aber eher überflüssig für die Performance des Trucks selbst auf der Carrera-Schiene waren. Auf der Holzbahn dürfte noch mehr darauf zu verzichten sein. Aber es ist ein hübsches Detail. Mit ganz geringen Änderungen im vorderen Teil des Chassis sind jene von MAN und Buggyra untereinander kompatibel- Radstand, Schraubaufnahmen und die weiteren Abmessungen sind identisch. Lediglich der Kunststoff des Mk002-Chassis scheint eine Spur härter zu sein. Dazu später.
Was alle 4 Probanden auszeichnet, ist ihre wirklich gelungene Detaillierung. Eben auf dem hohen Standart von FLY. Natürlich auch größenbedingt dürften es die Slotcars mit den meisten Bauteilen sein. Seien es komplett nachgebildete Motoren, eine mit Schläuchen und Kabeln versehene Innenausstattung des Cockpits, viele Nebenaggregate oder die perfekte Bedruckung -- die Modelle sind optisch eine Augenweide. Das mir persönlich die Form des Sisu nicht gefällt, ist eine andere Sache ;-)))!

Das bei einigen der hier beschriebenen Trucks zugrunde liegende Reglement ist auf der Homepage des Raceway Frankfurt zu finden www.raceway-frankfurt.de. Generell wird mit weites gehend serienmäßiger Technik gefahren, geringe Änderungen betreffen die Vorderachsführung (Kann entpendelt werden.), Modifikationen an der Leitkielführung, eine gewisse Freistellung der Art des verwendeten Führungsschuhs an sich, den Austausch der Achsen samt Kronrad (Übersetzung 10-27 ist aber vorgeschrieben.) und die Möglichkeit, statt der originalen Felgen die Alufelgen des italienischen Labels MB-Slot einzusetzen. Egal welche eingesetzt wird, Ortmann-Reifen oder auch Mischbereifung mit den originalen Gummis sind Vorschrift. Als Motor ist nur der Serienmotor erlaubt. Beim Gesamtgewicht gibt es einen Rahmen, der für die Probanden unterschiedlich gestaltet ist. Zwischen 140g (Mercedes-Minimum) und 180g (Buggyra-Maximum) waren hier möglich. Wenn man durch die Startaufstellung schweifte, so war ein Gewicht um die 170 ±5g recht gängig und sich die Brummis damit ähnlich einem hochbauendem 1:24er Oldie bewegten. Kein Wunder, das nun auch einige aus der DSC bekannten 1:24er Größen sich regelmäßig blicken ließen. So konnten u.a. Robert Wagner (Nein, nicht der Schauspieler ;-)))!) und Harald Mieth angetroffen werden, beides begnadete Modellbauer und fahrerisch wahrlich kein Kanonenfutter. Harald wurde schließlich mit 4 Seriensiegen in der 2. Saisonhälfte noch Vizemeister, knapp vor dem ehemaligen RC-Offroad-Europameister Walter Türk, welcher durch seine konstante Fahrweise nicht weniger als sechs Mal den 2.Platz belegte. Also ein ganz illustres Feld, was sich regelmäßig Montagabend im Frankfurter Westen tummelte.
Einer der folgend beschriebenen Sisus entspricht den Regeln des beim SRT Frankfurt (www.slotracingteam-ffm.de) alljährlich stattfindenden Adventscup. Mit Ausnahme der serienmäßig zu belassenden Reifen sind die Fahrzeuge aber nahezu identisch. Man kann also problemlos an beiden Veranstaltungen teilnehmen, auch vom Set up her gibt es trotz einmal Carrera-Schiene und einmal Concept-Holzbahn kaum Unterschiede. Die Front/Kopflastigkeit und der damit verbundene verstärkte Drang zum Umkippen sind in beiden Fällen unumstößlich ;-)))!
Wegen der besseren Gewichtsverteilung war bei den Rennen im Raceway eine deutliche Tendenz zu den Langhaubern von Sisu und Buggyra zu erkennen. Lediglich Harald Mieth setzte in den ersten beiden Rennen einen Mercedes ein, der ab dem 5.Lauf von Ferdi Schmökel (Wohlbekannt als Autor von "Ferdi's Garage") pilotiert wurde. Ein weiterer Atego kam beim letzten Lauf mit Peter Dierig am Regler zum Einsatz. Und den einzigen MAN fuhr in den letzten beiden Rennen der Autor, quasi zu Testzwecken für die kommende Saison.
Im weiteren Teil sollen nun auf die einzelnen Typen, deren Optimierung und Problemzonen eingegangen werden.
Buggyra Mk002

Anfang 2006, als ich eine Entscheidung treffen musste, welches Modell zum Einsatz kommt, war die Auswahl an Buggyra's noch recht groß. Ich wählte die silberne Version aus der ETRC von 2003, mit dem mehrfachen Europameister Gerd Körber am Steuer. Was sich in den ersten zwei, drei Rennen auch als kleiner Vorteil herausstellen sollte, kamen seitens der Konkurrenten doch die wesentlich farbenfroheren blauen oder roten Trucks auf die Piste. Im Laufe der Saison sattelten freilich einige Kollegen um oder kamen neu dazu... mittlerweile sind Buggyra's schon heiß begehrte Mangelware! ;-))) Bei den Händlern meines Vertrauens ist der Bestand nahe oder gleich null... hoffentlich besinnt man sich in Spanien noch einmal und legt das Modell weiterhin auf.

Was macht ihn so erfolgsversprechend? Auf den ersten Blick nur die bessere Gewichtsverteilung gegenüber den Mercedes und MAN, aber ein Hauber ist der Sisu bekanntlich auch. Und das Chassis? Ist wie erwähnt zu 95% baugleich dem des MAN, das Trimmen sollte eigentlich auf den weitaus mehr Platz bietenden Fahrwerken der Atego und Sisu wesentlich erfolgreicher funktionieren. Beim Radstand ist auch kein Vorteil für den Buggyra festzustellen, bis auf den kürzeren Benz sind alle gleich. In punkto Führungsmaß ist der Sisu ca. 7mm länger, die drei anderen sind hier nahezu identisch. Was natürlich auffällt, ist die breitere Spur an beiden Achsen, die jene der drei anderen Probanden um 2-5mm übertrifft. Dazu eine geringere Höhe, speziell die beiden deutschen Vertreter ragen ein ganzes Stück weiter gen Renncenterdecke... oder Unterführung, bei einigen weniger tiefgelegten Brummis wurde es manchmal schon arg eng. Beim MAN und dem Sisu sind die Nebenaggregate im Heck auch höher angesiedelt, was sich auch durch wuchtigere Seitenverkleidungen bemerkbar macht. Ergo liegt der Schwerpunkt beim Tschechen tiefer und das ist bei den Hochhäusern ein nicht zu verachtender Vorteil. Als letzter Punkt ist der rein vom Gefühl her härtere Kunststoff beim Mk002-Fahrwerk erwähnenswert, energischer recherchiert habe ich das nicht allerdings nicht.
Als Schwachpunkte spezifisch beim Buggyra sind, wenn's nur um's gelegentliche Slotten mit dem OotB-Fahrzeug geht, keine wirklich signifikanten zu finden. Es sei denn, man erwischt ein "Montagsauto", wo vielleicht einige Kunststoffteile verzogen sind...
Im Rennbetrieb, wo die Teile logischerweise ganz anders beansprucht werden, sind drei Punkte auffällig, welche sich allerdings mehr oder weniger auf die ganze Palette der Trucks beziehen:
-Die Schraubzapfen der Karosserie brechen gern mal ab, speziell der hintere. Als Abhilfe kann beispielsweise ein im Innendurchmesser passendes Alu- oder Messingröhrchen darüber geschoben und verklebt werden. Allerdings muß jener Bereich ausgespart werden, wo sich im montierten Zustand das Kronrad befindet, da hier der Platz nicht ausreicht und das Zahnrad andernfalls klemmen würde. Und da die Bolzen sowieso auch gern mal reißen, sollte zur Verstärkung auch vorn jeweils ein Röhrchen montiert werden.
-Ebenfalls bruchempfindlich sind die Motorhalterungen. Als Abhilfe kann mit ein wenig Sekundenkleber der Motor in den Haltern fixiert werden. Aber bitte nur wenig benützen, ich nehme lediglich immer eine Zahnstocherspitze voll von dem Zeug, so daß mit wenig Kraftaufwand der Motor auch wieder demontiert werden kann. Alternativ eignet sich auch Heißkleber.
-Tja, als drittes sind noch die originalen Felgen zu erwähnen. Hier brechen, typisch für fast alle Kunststoffelgen, gern mal die Achsaufnahmen. Abhilfe: Alufelgen... und da gibt es vom Label MB-Slot passende für die Vorder- und Hinterachse in ansprechender Optik.
Was wurde nun am Einsatzfahrzeug geändert? Am Body mit Ausnahme der Verstärkungen für die Schraubzapfen gar nichts. Fahrwerkstechnisch dagegen so einiges.
Als erstes flog natürlich der Magnet raus. An dessen Stelle wurde ein passendes Bleigewicht verklebt. Als nächstes mussten die kompletten Achsen samt Rädern und des Kronrads dran glauben. Lediglich für die Hinterachslager gab es weiterhin Verwendung. Im Gegensatz zu einigen anderen verwendete ich keine Austauschlager, da ich zum Abstützen der Hinterachseinheit weiterhin die Stoßdämpfer benützen wollte. Und diese passen an sich nur auf die originalen Lager. Oben greifen die Federbeine in Aufnahmen des Leiterrahmens der Karosserie ein. Die Federn wurden zwecks Tieferlegung gekürzt, ebenso die hintere, längere Schraube. Wenn man nun Chassis und Body verschraubt, sitzen die Federn "auf Block" und die Antriebseinheit ist stabilisiert.
Die Lager selbst werden ausgerichtet und mit ein wenig Sekundenkleber in ihren Aufnahmen gesichert. Als Achse wurde eine aus dem Sigma-Zubehör gewählt, das vorgeschriebene 27er Kronrad stammt von Slot.it. Der Motor ist der serienmäßige, lediglich in Einlaufflüssigkeit von MB-Slot ca. 15min eingelaufen. Um ihn gegen ein Verdrehen zu sichern, wurde auch hier an den Lagerschalen mit ein wenig!!! Sek-Kleber gearbeitet. Also immer nur eine Zahnstocherspitze an die betreffenden Stellen geben. So bekommt man den Motor immer wieder problemlos aus seiner Halterung. Unter der Hinterachse wurde zusätzlich flaches Walzblei verteilt, vor dem Motor und hinter dem Leitkiel fanden je ein 5g-Trimmgewicht Platz. Der Leitkiel durfte dem Holzbahnkiel von Slot.it Platz machen, dieser wurde ca. 7mm gekürzt und leicht angeschrägt. Als Schleifer kommt Silberlitze von MB-Slot zum Einsatz.
Die Vorderachse ist original pendelnd gelagert, also mit leichtem Höhenspiel. Da dieses Pendeln eigentlich nicht mit Lagern stillgelegt werden durfte, wurden innen und außen an den Aufnahmen jene schwarzen Plastikdistanzen von PlaFit verklebt, die normalerweise zum Einstellen des seitlichen Achsspiels bei 3mm Achsen dienen. Das sie jeweils unterschiedlich hoch einzukleben sind, sollte sich von selbst verstehen. Eine begrenzt die Achse nach oben, die andere nach unten, jeweils auf beiden Seiten. Verklebt werden können diese Scheiben allerdings erst nach dem die Vorderräder auf Maß geschliffen und versiegelt sind. Womit wir bei den Rädern wären. Da ich bei Renneinsätzen nicht auf Plastikräder stehe, wurden diese durch die genialen Truckfelgen von MB-Slot ersetzt. Während hinten die passenden Ortmann-Reifen ihren Dienst verrichten --Verklebt und geschliffen. Wobei weites gehend auf das bei vielen ungeliebte Polieren verzichtet werden konnte. Zu viel Gripp... und die hoch bauenden Ungetüme tendierten bedrohlich zum Kippen. Einmal polieren langte bei mir meist für 3 Rennen samt Training.- sollten vorn weiterhin die FLY-Gummis aufgezogen werden. Bekanntermaßen lassen sich diese aber meist nur widerwillig schleifen. Eine mal probeweise an den sich auf der Reifenschleifmaschine drehenden Reifen gehaltene Cuttermesserklinge reduzierte das Schmieren merklich. Und nachdem die Räder zufriedenstellend auf Maß geschliffen waren, wurden sie noch mit Sek-Kleber versiegelt und die beschriebene Arretierung der Vorderachse vorgenommen.
Die originalen Felgen der Vorderräder fanden als herunter gedrehte Felgeneinsätze an ihren angestammten Platz zurück, die Hinterräder bekamen Einsätze aus Plastikscheiben und einem Kreuzschrauben-Kopf.
Als letztes wurden noch die Lager geölt und der Bund des Kronrades mit Teflonfett versehen... und ab ging's auf die Piste. Und größere Schäden wurden die ganze Saison über keine verzeichnet, lediglich der hintere Schraubzapfen brach nach 6 Läufen ab und wurde in der beschriebenen Art und Weise neu verklebt und gesichert.
MAN TR 1400
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Nachdem der Buggyra erfolgreich die ersten 6 Rennen absolviert hatte, kam als Test für die folgende Saison der MAN auf die Piste. Damit ich mich nicht an eine neue Farbe gewöhnen brauchte, wurde kurzerhand der silberne des Eidgenossen Markus Bösiger genommen.
Veränderungen am Body. Null, lediglich der hintere Schraubzapfen wurde in der bewährten Art verstärkt. Vorn erübrigt sich diese Maßnahme, da auf den Zapfen zusätzlich ein Rammschutz montiert ist, dessen Halterung die verstärkende Maßnahme ebenfalls erzielt.
Das Chassis baut wie bereits mehrfach erwähnt auf derselben Konstruktion auf, wie jenes des Mk002. Gewichtsverteilung hin oder her, das weiter vorn sitzende Führerhaus wurde bei der Trimmung einfach ignoriert und das Blei an den identischen Stellen montiert. Auch die weiteren Punkte wie Lager, Vorderachsentpendlung, Felgen usw. wurden übernommen. Da freilich der Aufbau des MAN höher ist, sollte durch kleinere Räder die Bodenfreiheit reduziert werden. Das Chassis tiefer im Leiterrahmen zu integrieren ist im Heckbereich nahezu unmöglich, ebenso wenig kann natürlich die Hinterachse nach oben gesetzt werden. Vorn ließen sich die Schraubzapfen minimal kürzen, was freilich zur Folge hatte, das sich das Fahrwerk im montierten Zustand leicht krümmt. Allerdings macht sich dies nicht negativ bemerkbar. Die Vorderräder wurden auf ein Maß gebracht, das sie gerade so eben noch mitrollten und der Leitkiel mit weniger Distanz zum Chassis als beim Buggyra montiert. Zusätzlich entfernt man noch die Schraubaufnahme für die Befestigung in der Displaybox, da diese sonst auf der Fahrbahn unter Umständen aufsetzen würde.
Abschließend wurden wieder für Schmierung gesorgt... und bereits nach wenigen Runden war klar, das es schwierig, aber nicht unmöglich sein würde, die Resultate des Buggyra zu toppen. Während sich das Vorgängerfahrzeug nahezu traumwandlerisch sicher um den 45m-Kurs treiben ließ, sorgte die wesentlich höhere Tendenz zum Kippen beim TR1400 für Adrenalinausstöße. Sonderbarerweise gelang mir bei Tests eine Rundenzeit, die erstaunlicherweise schneller war als mit dem Mk002. Scheinbar sorgt hier ein ziemlich guter Motor für Vortrieb, denn der Kurvenspeed ist deutlich geringer als bei dem breiteren und niedrigeren Buggyra.
Bis zum Start der nächsten Saison ist allerdings noch reichlich Zeit, bis dahin wird noch an der ein oder anderen Zehntel gefeilt. Grundsätzlich scheint mir der MAN mit dieser Abstimmung konkurrenzfähig, eventuell birgt ein Buggyra-Fahrwerk noch Potenzial für schnellere Kurvengeschwindigkeiten
Mercedes Atego
Mangels eigenem Fahrzeug soll hier nur kurz der Benz von Harald Mieth erläutert werden. Bei jedem Blick auf den bildhübschen Body kommt aber verstärkt das Verlangen nach einem eigenen Atego auf. Und Durst... ;-)))
Der Body ist zu 100% original, auf Verstärkungen der Schraubzapfen kann aber hier auch verzichtet werden, da jene hinten sehr kurz sind und vorn mit einer zusätzlichen Strebe gesichert werden. So schnell dürfte da nichts reißen, was auch Stürze von der Rennstrecke auf den Fußboden ohne jeglichen Schaden bewiesen haben.
Das Fahrwerk ist mit Ausnahme der Leitkielaufnahme und der Entfernung der Schraubaufnahme ebenfalls nicht verändert wurden. Der Kiel wird durch einfügen einer stabilen Polystirol-Platte tiefer im Schlitz geführt, zusätzlich wird dadurch die bruchempfindliche Führung verstärkt. Die mechanischen Komponenten sind Serie, lediglich auf der Hinterachse sind die obligatorischen Ortmänner verklebt. Das die Hinterachslager nach dem Ausrichten verklebt wurden, erübrigt sich fast zu erwähnen. Die Vorderachse ist unverändert geführt, die Räder auf ein Maß zur Erzielung einer geringen Bodenfreiheit sehr klein geschliffen. Die flache Grundplatte bietet jede Menge Platz für Blei, wovon bereits ausgiebig die verschiedensten Optionen genutzt wurden. ;-))) Zurzeit sind ca. 25g Blei verbaut, vor den Hinterrädern, unter der Hinterachse und minimal hinter dem Leitkiel.
Bei Tests kam zutage, das mit der schmalen Spur (bei vergleichbarer Höhe), eigentlich der mit den geringsten Erfolgsausichten behaftete Truck sich durchaus zügig bewegen lässt. Allerdings ist der Grenzbereich wesentlich geringer spürbar, der Benz zeigte nahezu keinerlei Tendenz zum driften, sondern verließ lieber gleich den Schlitz.
Mal schauen, ob sich in der kommenden Saison Zuwachs von Atego-Piloten findet, allein schon des ästhetischstem Fahrzeug wegen sollte dies hoffentlich der Fall sein...
Sisu SL 250

Als letzter der Schwergewichte kommt der Finne auf die Piste, ebenfalls ein Fahrzeug aus dem Fuhrpark von H.Mieth. Und dieser Probande entspricht dem Reglement des Adventscup beim SRT, wo auf einer vierspurigen Holzbahn (Concept) alljährlich um die Weihnachtszeit (logisch...) der Sieger ermittelt wird.
Bei diesem Modell ist technisch alles original belassen, selbst die Hinterreifen sind dem Reglement entsprechend Seriengummis mit dem vorgeschriebenen Minimum an Profil. Eine sehr hecklastige Trimmung sorgt dafür, das damit auch ausreichend Vortrieb zustande kommt. Im Vorderwagen sind lediglich 2 kleine Bleikeile verklebt, die der Führung der Vorderachse dienlich sind.
Ansonsten ist erwähnenswert, den Harald mal bei der Vorbereitung seiner Räder zu beobachten. Mit chirurgischer Genauigkeit bekommt er einen perfekten Rundlauf selbst mit ursprünglich unrunden Felgen hin.
Fazit
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Vom Fahrspaß her gesehen- mit das beste was es gibt. Vom finanziellen Gesichtspunkt aus betrachtet, natürlich ein nicht ganz billiges Vergnügen, rein vom Materialwert liegen der Buggyra und der MAN bei je rund 100€, was im kleinen Maßstab schon recht hoch ist. Vom technischen Standpunkt aus beurteilt, weisen die Trucks dieselben Stärken und Schwächen auf, wie GT's, DTM- und Rallyeautos, Formelwagen usw.- Kunststoff bricht eben durchaus mal. Legt man eine gewisse Sorgfalt bei der Vorbereitung und Auswahl der Teile an den Tag, ist aber auch hier mit langlebigen Slotracern zu rechnen.
Abzuwarten bleibt, ob FLY/GB-Track mit neuen Modellen aufwartet. Im Moment sieht es in der realen Truck-EM so aus, das MAN und Mercedes wieder verstärkt eingreifen. Und ein Renault, Iveco oder Freightliner würden sich durchaus auch super auf der Slotpiste machen...
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