Lauf 6... das große Finale

Kaum hat die Saison begonnen,

da ist sie auch schon wieder vorbei. Was am 5. März diesen Jahres mit einer Herde von 16 Ami-V8 -und ohne ihren Hirten- begann, fand nun am 12.11. mit 25 bollernden Familienkutschen ihren krönenden Abschluß. Damals wie heute war der Raceway Frankfurt Ort des Geschehens... nur ging es diesmal in die Katakomben, sprich, hinunter zur Holzbahn. 

Es mußte nicht einmal laut getrommelt werden. Nahezu die komplette Stammbelegschaft ließ es sich nicht nehmen, noch einmal die 210gr (+)-Bomber auf das Zeilsheimer Parkett zu schicken. Welches sich von seiner tückischen Seite zeigte, war doch das SLP-Finalrennen noch nicht allzu lange Geschichte. Dementsprechend herrschte "gut Gripp"... und das mögen die Hochhäuser eher ungern. So manch einer kannte den Übeltäter (den mit der SprayGlue-Flasche)... die etwas knurrigen Sprüche zum Thema konnte dieser nur achselzuckend hinnehmen. "Mir geht's auch nicht besser, krieg die Karre selbst kaum vernünftig um die Ecke."

Mit Junior Philipp Planz fand ein bereits im letzten Jahr sporadisch startender Pilot zurück in die Serie. Und mit "Veranstalter-Chauffeur" Thorsten Pammel gab's sogar nochmals einen Rookie. Thorsten ist erst seit diesem Jahr in der Slotracingszene dabei und bisher vornehmlich in der FNS-Formel124-Serie aktiv. Aber so wie das am Ende des Rennens klang, haben wir nun einen weiteren permanenten Starter an Bord.

Auf den Vorschlag von Nils "mit E" Hanke  hin wurde auf das Quali verzichtet und stattdessen die Gruppen nach Meisterschaftsstand gebildet. Da weder an der Spitze noch auf den Verfolgerplätzen bereits endgültige Endscheidungen gefallen waren, sollte sich dies als goldrichtig erweisen. 

4.Startgruppe: Anthony Hubert, Christoph Becker, Ralf Mierau, Leon Glaser, Niclas Henze, Philipp Planz, Thorsten Pammel

Vier gerade der Krabbelgruppe entsprungene Jungspunde gegen zwei Routiniers und Rookie Thorsten war die Zusammensetzung der einzigen Siebenergruppe. Welche die Rennleitung ein wenig in Bedrängnis mit der Zeitnahme brachte. Mangels einem (wirklich) kompetenten DS-Vertrauten mußten die Turns einzeln notiert werden und die Fahrer auf eine Positionsanzeige verzichten. Schien aber niemanden zu stören, jedenfalls wurde bester Sport geboten. Lagen anfangs Ralf und Chris noch recht eng beieinander, konnte sich der Lowe's-Chevy aufgrund der Spurverteilung letztlich doch durchsetzen. Knapp eine halbe Runde hinter Chris kam dann Thorsten auf Rang 3 über die Linie, was gleichbedeutend mit einem sauberen Gesamtplatz 14 beim Erststart war!!! 

Die 4 Knirpse balgten sich untereinander, wobei Philipp sich schlußendlich sogar noch vor drei "Großen" platzieren konnte. Anthony's fünfter Rang bescherte ihm den 3.Platz in der Junior-Gesamtwertung, was den Papa dann mächtig freute. Leon's Meister-Yoda-Renner verfehlte nur ganz knapp die 100 Runden. Und Niclas haderte ein wenig mit dem Regler, welcher wohl dann und wann ein gewisses Eigenleben entwickelte. 

3.Startgruppe: Hans-Dieter Illy, Axel Bernhardt, Rüdiger Henze, Lars Böhmer, Tristan Schulz, Michael Schluckebier

Bei sechs Leuten klappt's auch mit der DS, von nun an gings mit gebeamter Rennübersicht weiter. Schlucki mit neuerstandenem "Konsulats"-V8 sollte dieser Gruppe vehement den Stempel aufdrücken. Norddeutsche Ami-Technik gepaart mit jahrelanger Sloterfahrung scheint im Raceway ganz gut zu laufen, sechseinhalb Runden Vorsprung (!!!) sprechen da eine ziemlich deutliche Sprache. Die 124,95 Runden sollten lange Zeit den Tagesbestwert markieren. Dahinter ging es wesentlich knapper zur Sache, nur 0,16 Runden trennten Axel von Didi. Lars, der aus beruflichen Gründen zuletzt leider wenig zum fahren kam, weitere 2 Runden dahinter. Und mit ein wenig Respektabstand Rüdi, der arg mit dem hohen Grippniveau und schwacher Motorleistung kämpfte. Pechvogel des Abends war der jüngste des Feldes. Tristan brach bereits in der Frühzeit des Rennens einer der beiden Karohalterstempel an der Karosserie ab. Die Reparatur vom Papa Jürgen war nur kurzzeitig von Erfolg gekrönt, der Fahrzeugwechsel war dann doch die bessere Wahl. Aber wenn's im Rennen nicht klappt, dann halt anderswo, das wird sich der Bub garantiert gedacht haben.

 2.Startgruppe: Robert Schulz, Niels Hanke, Hans-Werner Köhler, Fritz Hlawatsch, Günther Riehl, Klaus Schmidt

Der größere Schulz-Junior sorgte bereits vor dem Start beim Mechaniker-Papa für Schweißperlen... ein heftiger Trainingsunfall demolierte nachhaltig die Frontpartie des Ice-Age-Chevy. Notdürftig geflickt und mit der Ansage "ja keinen Abflug, sonst war's das!" ins Rennen geschickt zu werden... ob Robert die Nerven behalten sollte??? Tat er... und wie! Sein Duell mit der hessischen Slot-Legende Dr. GuRi war das heißeste des ganzen Abends. Der Junior hatte jedenfalls den ganzen Raceway als Fanclub hinter sich (sorry Günther... wir haben Dich aber trotzdem lieb .) und genügend Fortune, das die wenigen Abflüge folgenlos ausgingen. Günther nahm's mit Humor und komentierte die bei seinen Abflügen vorgehaltenen Vermutungen "zeigst Nerven, was?" dementsprechend selbstironisch. Eine Viertelrunde Rückstand sollten am Ende den siebenten Platz für den ehemaligen Stalter-Chevy bedeuten. 

Ein wenig ging beim Duell an der Spitze das feine Rennen Niels' unter, der sich gegen Vorjahressieger und Mitfavorit (allerdings beruflich bedingt mit wenig Training) Fritz durchsetzen sollte. Platz 8 war die beste Saisonleistung des Pontiac-Fahrers, kurioserweise sollte er in der Gesamtwertung trotzdem einen Platz nach hinten rutschen.

Klaus und Hans-Werner... die beiden werden sich im Nachhinein überlegt haben, ob es nicht noch besser gewesen wäre, auf der heimischen Clubbahn in Alzey ein paar Runden zu drehen. Vom "Illygalen" noch rechtzeitig nach Zeilsheim beordert, verfluchte zumindest Klaus lautstark die Grippbedingungen. Ha-We sagte zwar nix, dachte aber sicher dasselbe.  So kam's das in der Endabrechnung Dieter I. noch an beiden vorbeizog und die interne MFR-Wertung gewinnen konnte.

1.Startgruppe: Frank Schüler, Matthias Glaser, Dieter Jens, Jürgen Schulz, Rainer Neumann, Alexx Hubert

Eigentlich war es ganz einfach: Jürgen mußte gewinnen und Frank durfte nicht Zweiter werden. Dann hätte der Sindlinger das Blatt noch wenden können. Das er momentan mit dem Häuslebau ausgelastet ist und demzufolge wenig zum trainieren kommt, machte die Sache natürlich zu einem schwierigen Unterfangen. 

Dieter brauchte unbedingt noch Topresultat, um seinen Wiesbadener Vereinskollegen Matthias vom letzten Podestplatz zu verdrängen. Rainer hätte mit einem Sieg noch am ehemaligen G7-Weltmeister vorbeiziehen können. Alexx konnte es locker angehen lassen. Nach oben ging nix mehr und nur bei Platz 14 oder schlechter würde er seinen 6. Gesamtrang verlieren.

Jürgen deutete im ersten Turn an, das er nicht gewillt war, Frank den Meistertitel kampflos zu überlassen. Bereits über eine halbe Runde Vorsprung und dazu Dieter im Schlepptau... da sollte doch was gehen! Oder? Nun ja... die "1" ist nicht gerade die schnellste Spur, die "4" schon eher, demenstsprechend änderte sich das Bild im Laufe des Rennens. Frank übernahm die Führung und gab sie dann bis zum Ende nimmer ab. Und mit 126,56 Runden wurde der lange führende Schlucki von der Spitze verdrängt.

Sollte es wenigstens Dieter gelingen, für sich den Spieß umzudrehen? Still, heimlich und leise (was in seinem Fall heißt, abflugfrei. Sorry, die kleine Spitze mußte sein) kämpfte sich Rainer "Spiderman" nach vorne. Einem nach dem anderen überholend kam er bis auf 0,09 Runden an den Leader heran. Dieter wußte schon im Vorfeld, "Spur 2 und 1 zum Schluß... das wird heute nix"... er kann sich als Prophet verdingen. Aber so schlimm war's dann doch nicht, Platz 4 hinter dem entfesselten KKK (Konsulatskarrenkutscher) Schlucki geht sicher vollkommen in Ordnung. Jürgen zeigte zwar Nerven aber so arg wie seinerzeit beim Ferdi war's dann längst nicht. Ein versöhnlicher 6. Platz zum Abschluß brachten ihm den Vizetitel. Anfang Dezember wird umgezogen... und 2011 dann gnadenlos zur Attacke geblasen. Nur muß dann erstmal der eigene Nachwuchs bezwungen werden. Robert schenkte dem Papa nämlich gnadenlos 5 Teilmeter ein... auch bei NASCAR-RheinMain gibt es keine Stallorder. Respekt!

Alexx machte mit Platz 9 alles klar... und Matthias wollte Dieter zu Hilfe eilen. Anders kann man Platz 12 und das damit schlechteste Saisonergebnis nicht erklären. (Anm. der Redaktion: Dem Schreiberling wäre es ganz Recht, wenn sich dies in der Slot.it-Gr.C-Serie fortsetzen würde. ). Immerhin blieb der 3. Gesamtrang unangetastet...

 

Erstaunlich früh war das Rennen beendet... und wenn der Chef des Ganzen sich ab und an mal Bits und Bytes widmen würde, wäre dies sicher nicht verkehrt. Das Rennergebnis kam noch zügig zustande... aber der für den weiteren Verlauf des Abends nicht ganz unerhebliche Gesamtstand sollte noch auf sich warten lassen.

Also wurde kurzerhand die Tombola vorgezogen. Glücksfee sollte unser Jüngster spielen, der im Rennen so arg gebeutelte Tristan. Und welchen Namen zieht er als Ersten? Seinen natürlich.  Das auf dem zweiten dann erneut "Tristan Schulz" stand, verschlug mir glatt die Sprache. Hatte ich ihn doch dummerweise als einzigsten doppelt in den Topf geworfen (und den "Illygalen" vergessen... uppsss). Ich hätte dann gerne mal die Lottozahlen...

Nachdem alle Lose gezogen waren, ging's dann endlich zur Ergebnisverkündung und Pokalverleihung. Die Wertung der Krabbelgruppe sah Robert auf dem ersten Platz, gefolgt von seinem Bruder Tristan, welcher sich ganz knapp vor Anthony durchsetzen konnte. Bei den "Senioren" belegte Matthias Platz 3, Jürgen kam auf dem zweiten Rang (nach Rang 3 im Vorjahr... ein gutes Omen? ) und Frank sollte seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen.

 

Damit ging die 2. NASCAR-RheinMain-Serie zu Ende. Für mich war es die erste als Veranstalter... und das hat mir natürlich soviel Spaß gemacht, das es 2011 auf alle Fälle weitergeht. An den Regeln ändert sich nix (wie auch, die sind ja nicht von mir), die Veranstaltungsorte bleiben genauso wie die Anzahl von 6 Rennen. Wenn der Kalender steht, wird er schnellstmöglich veröffentlicht...

 

Zum Schluß möchte ich mich natürlich herzlich bedanken:

-bei Euch 33 Fahrern, denn ohne Euch wäre das alles gar nicht möglich gewesen

-den 4 Renncentern/Clubs und deren Mitgliedern/Helfern, bei denen wir starten durften

-bei Dieter Jens für die vielen guten Tipps

-bei Jürgen Schulz für seine Funktion als Kassenwart und Autor der Rennberichte, zu letzterem auch ein Dankeschön an Dirk Schneider

-bei Schlucki, Alexx Hubert, Joachim Welsch, Dieter Illy und Niels Hanke für die unschätzbare Hilfe in Sachen Computer. Niels im speziellen für die Arbeit am Freitag.

-bei Schlucki und Rüdi Henze für die Bilder 

-bei Günther Riehl für das Chilli letzten Freitag und ihm und Rüdi Henze für's Catering

-den Firmen Jens-Scaleracing ( www.scaleracing.de/ ) und Raceway Frankfurt ( www.raceway-frankfurt.de/ ) für die tolle Unterstützung bei der Tombola

-bei Rainer Neumann und Günther Riehl für's chauffiert-werden

-und bei allen, die ich hier jetzt irgendwie vergessen habe.

 

Wir sehen uns... am 10. und 11. Dezember. 

Martinsville 500

 

Frank