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Die Welt trifft sich im Herzen England's
Ninco-WorldCup '08
Silverstone-Home of Slotracing 

 Der Herausgeber dieses trefflichen Magazins macht es einem wahrlich nicht leicht... da soll man nun zwei fantastische Veranstaltungen, die jede für sich alleine eine Story wert wären, auf knappe zwei Seiten A4 komprimieren. Nun ja, einem selbst bleiben auf Dauer die Erinnerungen erhalten, die hier so gut als möglich die Story der diesjährigen Ninco-DM und -Weltmeisterschaft widerspiegeln...  

Wie schon in den letzten drei Jahren sollte auch im Herbst 2008 die spanische Firma Ninco mit Unterstützung ihrer diversen Importeure den WorldCup ausschreiben. Um sich für diesen zu qualifizieren, galt es für die Teams in den jeweiligen Ländern sich bei mehreren Veranstaltungen zu beweisen. In Deutschland fanden wie '07 diverse Qualirennen im ganzen Bundesgebiet statt. Im Gegensatz zum Vorjahr galt die Vorgabe, das ausschließlich auf Ninco-Bahnen gefahren wird... was bis auf eine Ausnahme auch so gehandhabt wurde. Mangels Nennungen fand das Rennen im Frankfurter Raceway wiederum auf der bekannten Holzbahn statt... als glückliche, da etwas unerwartete Gewinner gingen Matthias Eichwald und Frank Schüler auf einem Lamborghini Gallardo mit dem brandneuen Lexan-Chassis hervor. Als dritter Mann stieß mit Jörg Miller eine "gewichtige" Persönlichkeit hinzu... der Lehrer für Englisch und Geschichte sollte sich sehr gut ins Team einfügen und seine Sprachkenntnisse waren später eine große Hilfe. Sehr dankenswerte Unterstützung fand das Team wie bereits im Vorjahr durch die Firma Slotcar24/Raceway Frankfurt, welche bestens für die technische Ausstattung sorgte.

Neben diesen Fahrern qualifizierten sich u.a. in Hamburg, Remshalden und Stuttgart einige bereits aus dem Vorjahr bekannte Gesichter erneut für die Deutsche Meisterschaft... um mit Stefan Waschow, Nico Laukhuf und Thomas Singer mal einige zu nennen.

Am Wochenende vom 11.-12.Oktober war es dann soweit: In den Messehallen des Museums Sinsheim veranstaltete der deutsche Ninco-Importeur Cars&Co Company in Zusammenarbeit mit Ninco die 2. Deutsche Meisterschaft. Den Gewinnern sollte nicht nur der Titel des Deutschen Meisters und damit die Qualifikation zur WM gebühren.

Ein sehr verlockender Anreiz war die Offerte des Importeurs, die Reisekosten für den WorldCup in vollem Umfang zu übernehmen. Eine Geste, die in unserem Hobby eher selten ist und darum besondere Anerkennung verdient.

Das Museumsgelände in Sinsheim bietet sehr viel Platz, so das die DM in einer separaten Halle durchgeführt werden konnte. In unmittelbarer Nähe sorgte eine Besucherbahn für Kurzweil... auch bei den Betreuern der Anlage, die dem Andrang des Publikums immer Herr wurden.

Die schiere Größe der Wettbewerbsbahn war atemberaubend. Erbaut wurde ein Layout, welches entfernt an die GP-Kurse von Fuji, Estoril und Montmelo erinnert, dominiert von einer mehr als 12m langen Geraden. Interessante Kurvenkombinationen sorgten für viel Abwechslung, auch war man sich recht unschlüssig, welche Übersetzung die heilsbringende ist. Womit wir beim diesjährigen Boliden wären... dem brandneuen Acura ARX 01. Jener in der letzten COL vorgestellte Prototyp aus der ALMS sollte das Einsatzfahrzeug bei DM und WM sein... und war in Sinsheim so neu, das lediglich 4 Teams noch eine eigenständige Lackierung umsetzten. Die anderen sorgten mit Aufklebern zumindest für gewisse Unterscheidungsmerkmale ihrer Patron-LMP2.

Am Samstag fanden dann das freie Training, die Abnahme und das Qualifiying statt... letzteres brachte einige Überraschungen mit sich. Danach lud Cars&Co Company zum geselligen Beisammensein, beginnend mit einem Sektempfang in der jener Halle mit den historischen Automobilen. Anschließend saßen die Teilnehmer bei einem leckeren Abendessen beisammen... und zu guter Letzt trieb es die Nachtschwärmer samt des kompletten spanischen Veranstalterteams in die Disco bzw. später noch an die Hotelbar. Nun ja, darüber bewahrt der Autor sein Schweigen...

Der Sonntag sah dann das in zwei Fünfergruppen veranstaltete Rennen um den DM-Titel. Die erste Gruppe wurde bestimmt vom Duell der Teams aus Ratzeburg und den Litzenbrennern. Erstere waren die Pechvögel des Rennens... ein Sturz auf den Boden brachte einen Reifenschaden mit sich... schlimmer wog wenig später ein wohl unfallfolgebedingter Getriebeschaden, den das Team der Norddeutschen weit zurückwarf. Die zweite Gruppe sollte dann die Entscheidung um den Titel bringen. Während der erste Turn noch unentschieden unter den Teams aus Remshalden und Frankfurt ausging, so setzten sich die Hessen im weiteren Verlauf der zwei Stunden dauernden Hatz kontinuierlich ab. Ein wenig schien die Ausgeglichenheit unter den drei Fahrern hier den Vorteil auszumachen. Das es technisch kaum Unterschiede beim Material und dessen Vorbereitung gab, dafür sprachen die schnellste Rennrunde und der beste Turn seitens der E+E-Truppe durch Frederick Genzel. Die letztendlich noch um den verdienten 2. Platz gebracht wurden, als 2 Minuten vor Rennende ein Schaden an der Hinterachse das Team zu langsamerer Fahrt zwang... so errang man hinter dem Team Powerpoint immerhin noch Rang 3. Solche Ereignisse sorgten beim Teamchef der Frankfurter für Nervosität, die Erinnerungen an das letzte Jahr wurden wie schlagartig wach. Die Freude beim siegreichen Team Race-a-way war dann natürlich groß, als alles gut ausging und man als Sieger über die Ziellinie fuhr... die große Hürde auf dem Weg zur WM war jedenfalls gemeistert.

Die Siegerehrung bedachte jeden der Teilnehmer mit Erinnerungsplaketten, die drei ersten Teams wurden außerdem mit wertvollen Sachpreise gewürdigt. Und wie bereits im Jahr zuvor kann man festhalten, das in Form von Cars&Co Company ein äußerst kompetentes Unternehmen für eine sehr gelungene Veranstaltung gesorgt hat, welche dann unter großen Applaus wiederum viel zu schnell ein Ende fand...  

Der 4.Ninco-WorldCup sollte an einem Ort stattfinden, welcher wie kaum ein zweiter die Geschichte des britischen Motorsports repräsentatiert... Silverstone. Jenes gerade einmal 2000 Seelen zählende Dörfchen in Northamptonshire beherbergt am Ortsrand eine der großartigsten Motorsportarenen weltweit. Der mittlerweile 5,1 km lange GrandPrix-Kurs auf dem Gelände eines ehemaligen Airfields ist sicher jedermann ein Begriff, unzählige Schlachten zur Formel1-WM und großartige Rennen der Sportwagen wurden hier geschlagen. Überall atmet man die historiengetränkte Luft der Strecke ein... noch dazu fand gleichzeitig zum WorldCup die Walter-Hayes-Trophy statt, der Saisonabschluß für Silverstone.

So begab sich dann am 31.Oktober das deutsche Team, in Begleitung von Alexander Kohrn als Vertreter des Importeurs, via Frankfurt-Hahn und Birmingham auf den Weg nach England... es wurden drei herrliche Tage, die jedem von uns wohl für immer in Erinnerung bleiben.

Veranstaltet von A.B.Gee, dem britischen Importeur Ninco's, wurden im oberen VIP-Bereich der Boxengasse die zwei gespiegelten achtspurigen Bahnen mit knapp je 56m Länge aufgebaut... ohne Spurausgleich und im Layout ein wenig an amerikanische Stadtkurse erinnernd. Direkt daneben befanden sich das großzügig bemessene Fahrerlager und der Promotion-Stand Ninco's. Das Highlight schlechthin stellten die Fahrerplätze unmittelbar an der Fensterfront dar... das immerwährend Vorbeidröhnen der Chevron B8, Ford Cortina, Austin's usw. einschließlich diverser Formelboliden sorgte zum einen für plattgedrückte Nasen... zum anderen für manchen Abflug. Die beiden 12m Geraden luden nämlich auch die gerade am Regler tätigen zu einem kurzen Blick über die Schulter hinaus auf die Piste ein. Ab und an stimmte dann halt der Bremspunkt in der ersten Kurve nimmer...

Freitag stand der gleich Modus an wie bereits in Sinsheim... freies Training, zwischendurch die Abnahme des Einsatzwagens, der danach im Parc Fermé verschwand und anschließend das Qualifiying. Spur 16, eine Minute Fahrzeit - die schnellste Runde zählt. Gebannt schauten die Zuschauer auf die jeweiligen Protagonisten, die in jenen nervenaufreibenden Momenten ihr Bestes gaben. Ein Abflug bei der langen Bahn ließ sofort die Chancen auf eine vordere Platzierung sinken, wenige Fahrer schafften 4 gezeitete Runden. Die Pole holte Mark Azarraga für die USA, mit der einzigsten Runde unter 13sek. Für Deutschland stand Matthias Eichwald am Regler. Ruhig und gelassen, der relativ geringen Bedeutung der Startaufstellung bewußt, fuhr er den 11. Startplatz heraus. Um im gleichen Atemzug verlauten zu lassen, im Auto steckt noch Potential für eine Sekunde weniger auf der Uhr... das ließ die beiden Teamkollegen beruhigt auf das Rennen hoffen.

Per Busshuttle ging es dann ins Hotel nach Newport Pagnell... zum Glück trafen alle dort noch vor der Sperrstunde ein. Der Abend klang in internationaler Besetzung locker im Pub aus... bis das Personal nachdrücklich auf der Einhaltung englischen Rechts bestand...

Wir Deutschen kamen freitags mit Verspätung (witterungsbedingt)... die dänische Delegation leider gar net. Erst wurde deren Flug gecancelt, dann streikte der Wagen. So bekam ein weiteres heimisches Team unverhofft die Chance, an der WM teilzunehmen. Mit lediglich 20min freiem Training ins kalte Wasser geworfen, sollte diese Equipe sich im Rennen wacker schlagen und nie die rote Laterne innehaben.

Samstag, 1.November... die Startspuren sind gewählt, ein 20minütiges WarmUp mit dem Trainingsfahrzeug und abschließend nochmal fünf Minuten für das Rollout mit den Einsatzwagen. Pünktlich 11.00 Uhr springt die Startampel auf grün und entläst das Feld von 16 Fahrzeugen in die sechstündige Hatz. Welche, ums vorwegzunehmen, von keinerlei Unterbrechung außer den Spurwechselphasen unterbrochen wird. Anfangs beherrscht die übliche Nervosität unter den Fahrern das Geschehen, doch im weiteren Verlauf des Rennens sollte die Anzahl der Abflüge drastisch zurückgehen... ein Zeichen für die Klasse unter den Teilnehmern.

Den Startturn beendeten die Teams aus Spanien und den USA rundengleich, dicht gefolgt von der Equipe aus Portugal. Ein wenig Respektabstand hielten die amtierenden Weltmeister aus Italien, die in der Besetzung des Vorjahres -Tommaso Melioli und Mario Arturi- und dem neu hinzugestoßenen Livio Borgarelli auf einer der langsameren Spuren begannen. Das Team aus Deutschland, ebenfalls auf einer der längeren Spuren gestartet, lag mit Respektabstand auf Rang 8.

Im weiteren Verlauf zog der spanischen Acura unaufhaltsam davon, erst unmerklich, da sich Team Portugal noch kurz wehrte und Team Italien nochmal Anschluß fand... doch zur Mitte des Rennens betrug der Vorsprung bereits 8 Runden. Am Ende gewannen die Spanier souverän mit 11 Runden Vorsprung vor den Italienern, welche sich ihrerseits um 12 Runden von den Portugiesen absetzen konnten.

Team Deutschland war den größten Teil des Rennens im Infight mit dem Team aus unserem südlichen Nachbarstaat... und die Schweizer machten dem Klischee der ihnen nachgesagten Bedächtigkeit wahrlich keine Ehre. Fahrerisch besser unterwegs stoppte sie lediglich die Technik. Zwei Boxenstopps zur Behebung elektrischer Probleme warfen sie nach starkem Aufholjagden jedesmal zurück, am Ende bewahrte eine einzige Runde Vorsprung die Frankfurter auf Platz 8. Keine 5 Minuten länger und die Platzierung wäre umgekehrt... Jedenfalls waren wir mit dem Ergebnis hochzufrieden, nachdem es im letzten Jahr eher betrüblich aussah.

So ging ein langes Rennen zu Ende, welches von hoher Fairness unter den Teilnehmern und vielen interessanten Duellen geprägt war. Im Hintergrund die Klänge klassischer und moderner Rennboliden zu hören, gaben diesem WorldCup seine ganz eigene Note...

Die Siegehrung fand im VIP-Bereich der Strecke statt - verbunden mit einem perfekten 3 Gänge Menu, welches die Teilnehmer wähnen ließ, nicht in England zu sein. Während die ersten 3 Teams neben Pokalen schöne Sachpreise erhielten, so kamen auch alle weiteren Fahrer in den Genuß eines limitierten und nur für den WorldCup aufgelegten Modells. Neben den einzelnen Platzierungen wurden Mark Azzaraga (USA) für die schnellste Rennrunde und die griechische Equipe für das schönste Fahrzeug im Feld geehrt. Im Anschluß wurde den Teilnehmern noch der Ritterschlag gewährt: Der Einlaß in das Clubhouse des legendären British Racing Drivers Club (BRDC). Normal sollte man hier schon feineren Zwirn als Jeans und Winterjacke tragen, aber man kann ja mal eine Ausnahme machen... Man atmete förmlich die Nostalgie des britischen Motorsports ein, konnte sich an einer wunderschönen Sammlung an Rennfahrzeugen in 1:43 gar nicht sattsehen und wenn man noch mit einem der älteren Mitglieder des Clubs über die vergangenen Zeiten ausführlich smalltalken durfte... was will das Slotracer-Herz mehr?

Der Abend klang dann wiederum im hoteleigenen Pub aus... diesmal war die Sperrstunde recht willkommen, denn am Sonntagmorgen sollte es beizeiten Richtung Heimat gehen. In Erinnerung an jene Tage bleibt neben dem Geschehen auf der Strecke vor allem das wunderbare Miteinander unter den Teams... sei es an der Rennstrecke, im Fahrerlager oder den ganzen Geselligkeiten drumherum. Einzigartig...

Sonntagmorgen... ein kurzes Frühstück und schon steht das Taxi zum Airport Birmingham bereit. Wenig später landet man bereits wieder in heimatlichen Gefilden... immerhin ist das Wetter ein wenig besser. Sonst würde man am liebsten gleich wieder zurück auf die Insel... war halt zu schön... Unser guter Geist für die 3 Tage, Alexander Kohrn verläßt uns in Richtung Norddeutschland... Danke Alex, Du warst uns eine große Unterstützung und wahrer Freund!

Im nächsten Jahr wird es sicher wieder einen Deutschland-Cup und natürlich den WorldCup geben. Hierzulande geht der Importeur mit der Einführung des Porsche-Cups bemerkenswerte Wege, um viele weitere Slotracer für die Marke Ninco zu begeistern. Ohne jeden Zweifel stellt das Gesamtpaket der Spanier die besten Voraussetzungen für begeisternden Modellsport im Maßstab 1:32 dar. Sei es das anwenderfreundliche Schienensystem oder die robusten und trotzdem schön detaillierten Autos, die Zahl der weltweiten Fans dieses Systems sprechen eine deutliche Sprache.

Man darf gespannt sein, wo 2009 der nächste WorldCup stattfindet. Jedenfalls hat jene Veranstaltung in Silverstone die Messlatte für die kommenden sehr hoch gelegt. Gleiches gilt für die fantastische DM in Sinsheim, wo erste Stimmen schon nach einem dauerhaften Verbleib in den Museumshallen riefen...

Abschließen möchte ich das Ganze mit der Danksagung an die Firmen Cars&Co Company und Slotcar24/Raceway Frankfurt, welche uns bei der Teilnahme an beiden Veranstaltungen tatkräftig unterstützt haben.


Ergebnis Sinsheim:


1. Race-a-way Frankfurt, 491 Rdn.

2. Team Powerpoint, 480 Rdn.

3. E+E Remshalden, 476 Rdn.

4. Rennbahnhaus Stuttgart, 470 Rdn.

5. Team Litzenbrenner, 470 Rdn.

6. Renncenter Ratzeburg, 453 Rdn.

7. Old Toys Rennbahnclub, 449 Rdn.

8. Racing Team Rowdy, 439 Rdn.

9. AJS Racing Team, 415 Rdn.

10. Team Badenpower, 367 Rdn.



Ergebnis Silverstone:



1. Spanien, 1362 Rdn.

2. Italien, 1351 Rdn.

3. Portugal, 1339 Rdn.

4. USA, 1337 Rdn.

5. Belgien, 1335 Rdn.

6. Niederlande, 1328 Rdn.

7. Argentinien, 1313 Rdn.

8. Deutschland, 1297 Rdn.

9. Schweiz, 1296 Rdn.

10. Frankreich, 1286 Rdn.

11. Großbritanien 1, 1261 Rdn.

12. Großbritanien 3, 1245 Rdn.

13. Schweden, 1235 Rdn.

14. Großbritanien 2, 1229 Rdn.

15. Griechenland, 1211 Rdn.

16. Andorra, 1206 Rdn.